Der Kontrast zum Motorradfahren: Beobachtung aus einer Position – Gefolge einer Erbin, von Brillat-Savarin

„Als ich eines Tages von der Rue de la Paix zum Place Vendôme ging, wurde ich durch das Gefolge der reichsten, heiratsfähigen Pariser Erbin aufgehalten, die gerade vom Bois de Boulogne zurückkam.

Der Zug war folgendermaßen zusammengesetzt:

1. Die Schöne, Gegenstand aller Wünsche, auf einem herrlichen Braunen, mit dem sie geschickt umzugehen verstand. Sie trug ein blaues Reitkleid mit langer Schleppe und einen schwarzen Hut mit weißen Federn.

2. Ihr Vormund, der mit ernstem Gesicht und einer seinem Amt entsprechenden würdigen Haltung neben ihr ritt.

3. Eine Gruppe von zwölf bis fünfzehn Verehrern, die sich alle hervorzutun suchten, einer durch seine Zuvorkommenheit, ein anderer durch seine Reitkünste, ein dritter durch seine Melancholie. (…)

Sie zogen vorüber … und ich meditierte weiter.“

Brillat-Savarin: Physiologie des Geschmacks, 1962/1825, S. 210

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