1907, das Jahr, in dem Franz Kafka an Max Brod von

Třešť/Triesch schrieb (s.u. Eintrag vom 2. Juni), in diesem Jahr fand das Wort „Emphatie“ zur Welt:

„Weil der Prozess der Individualisierung so untrennbar mit der Entwicklung des empathischen Bewusstseins verbunden ist, tauchte der Begriff der Empathie erst ab 1907 in unserem Vokabular auf, (FN 4) etwa zu der Zeit, als die Psychologen anfingen, die innere Dynamik des Unbewussten und des Bewussten zu erforschen. Empathie wurde also erst dann zu einem expliziten Bestandteil unseres Vokabulars, als die Menschen ein Ich-Bewusstsein entwickelt hatten, das sie in die Lage versetzte, ihre eigenen Gefühle und Gedanken in Bezug zu den Gefühlen und Gedanken anderer zu setzen.“

(FN 4): Lipps, Theodor. »Das Wissen von fremden Ichen«. In: ders. (Hg.). Psychologische Untersuchungen. Leipzig: Engelmann. 1907. S. 694 – 722

Aus: Jeremy Rifkin: Die empathische Zivilisation. Wege zu einem globalen Bewusstsein. Frankfurt am Main, 2010, S. 21

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