winterpause –

ich begehe sie an/gemessen 😉 mit zwei kafka-titeln –

hanns zischler: kafka geht ins kino

und mit –

peter-andré alt: kafka und der film

die erfahrung des fahrens mit dem motorrad, der erfahrung von geschwindigkeit, und das damals neue medium kino, beides im zeichen der akzeleration der moderne, wollen einer gemeinsamen meditation unterzogen werden  …  auf ein neues im frühjahr 2020!

Kafka/Kelte 2., 3. & 4. Einspruch

2. Einspruch

Er zieht dem Wildschwein den Plastikstreifen aus Maul, Schlund und Magen. M. Sch., Kelte, ruft: „Trubetzkoy“.

3. Einspruch

Sie erkannte in der Bäderarchitektur eine notwendige Zeitverzögerung, – „damit sich die Kurenden auch hier aus den leidenden Zeitbezügen freimachen können“. Er fand damit den Aufenthalt für beendenswert.

4. Einspruch

Am offenen Keltengrab neben der Straße – eines von Hunderten in dieser Gegend – las der Motorradfahrer „Das Schloß“. Die Füße baumelten in die seichte Tiefe. Das Grab und das unerreichbare Schloß verschränkten sich, der Körper wurde da angelagert, zum Schloß will K.s Sehnen zurück in den Schoß, im seit dem neolithischen Bündel getätigten Schoßzwangzeitalter, den Durchgang suchend, dort die Befriedung des Denkens empfangen wollend, die dyadische Monade erbetend, immer wieder versuchend. Raus und wieder zurück.

Er, keltend, setzte sich auf das Motorrad und dachte an den Dicken, in seiner orientalischen Heblichkeit, – der Kelte drehte am Gas, kuppelnd und schaltend, Geschwindigkeit gewinnend.

Kafka/Kelte

1. Einspruch
Wurde der Dicke auf der Tragbahre durch die Landschaft getragen, deklamierend, sie störe beim Denken, ist die Geschwindigkeit der Motorräder höher, und die Kelten, so genannt nach der Zeit, als jeder Gott sein konnte – sie waren in der Gruppe, einzeln oder gepaart auf der Straße nie unter 100 km/h unterwegs – konnten mit höherer Geschwindigkeit die Landschaft vorbeiziehen lassen, diese Flüchtigkeit der Landschaft störe nicht beim Denken.

(Heinz Pusitz)